Für die BVV-Sitzung am 24. Mai müssen erneut Bürgerfragen (Drucksache 0250/4) zum „Ökokiez 2020“ gestellt werden, denn die Antworten des Bezirksamtes auf die April-Anfrage (im Kommentar 4) waren z.T. doch unbefriedigend. Und im Gegensatz zur Presse, die sich bereits mehrmals mit dem Thema befaßt hat - Berliner Zeitung, Tagesspiegel, Welt, Spiegel (auf S. 88) -, ist auf der Internet-Seite des Bezirksamts spätestens seit dem 29. Februar nichts mehr passiert (dasselbe gilt auch für den Initiator und Bürgerverein, bei dem die Zeit ebenfalls Ende Februar stehengeblieben ist).
Die neuen 5 Fragen:
Thema: Ökokiez 2012
- 1. Die Mitteilungen des Bezirksamts für die Öffentlichkeit zum Thema „Ökokiez 2012“ auf der Internet-Seite ‚Bezirksamt/Umwelt- und Naturschutzamt/Klimaschutzkonzept für den Klausenerplatz‘ brechen spätestens am 29.2.2012 ab; warum müssen die späteren Vorgänge stückweise durch Bürgeranfragen ans Licht gebracht werden, statt daß das Bezirksamt sie ganz selbstverständlich (und vollständig) auf dieser Seite veröffentlicht?
- 2. Da das Bezirksamt erwägt, die Deckungslücke von 35% für den Klimaschutzmanager eventuell auch „durch Eigenanteil des Bezirksamts“ zu finanzieren (Beschluß vom 17.1.12): woher soll bei den bekannt knappen Finanzmitteln des Bezirks das Geld kommen (bitte allgemeinverständliche Angabe), und welche anderen Ausgaben müßten dann gekürzt werden oder fielen weg?
- 3. Gibt es inzwischen eine Berechnung, welche Kosten durch die Einschaltung eines freien Trägers (bei der Ansiedlung eines Klimaschutzmanagers für den ½ km²) entstehen werden?
- 4. Da das Bezirksamt sich offenbar nicht sicher ist und daher nur „davon aus[geht], dass die Ansiedlung eines Klimaschutzmanagements bei einem freien Träger keiner Ausschreibungspflicht unterliegt“ (3. Einwohnerfrage April 2012/Antwort zu 5.): welches genau sind in diesem Fall die Voraussetzungen für eine Ausschreibungspflicht (bitte allgemeinverständlich)?
- 5. Wird das Bezirksamt den Posten eines Klimaschutzmanagers ausschreiben, oder ist eine Ausschreibung bereits im Gange, oder ist/sind schon jemand ohne Ausschreibung für den Posten ins Auge gefaßt?
Michael R. - Gastautoren, Politik -
anstatt des "normalen" Gebetes zum Tage:
Mammon unser, der Du bist in den Börsen
Geheiligt werde Dein Name
Dein Reichtum komme.
Dein Wille geschehe,
wie an den Börsen, so auch in den Bilanzen.
Unser täglichen Profit gib uns heute
Und vergib uns unsere Schulden
wie wir unseren Schuldnern nie vergeben.
Und führe uns nicht aus der Versuchung
sondern erlöse uns von der Börsenaufsicht.
Denn Dein ist das Reich
und die Rendite und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen
T. Wiese - Gastautoren, Satire -
Das Thema des Monats Mai 2012: Wird mit dem Projekt Ökokiez 2020 die „Gentrifizierung“ des Quartiers betrieben?
Diesen Monat hat die Grüne Partei das „Thema des Monats“ auf der Seite der BVV ausgewählt und sich dafür entschieden, ihr Projekt „Ökokiez 2020“ gegen den Vorwurf, es fördere die Gentrifizierung, in Schutz zu nehmen, wobei gleich auf den ersten Blick zweierlei auffällt: zum einen, daß einer der Förderer dieses Projekts es für notwendig hält, endlich einmal öffentlich Stellung zu beziehen, und zweitens, daß der Grünen Partei Gentrifizierung wohl nicht als eine reale Bedrohung erscheint, denn man setzt das Wort in Gänsefüßchen und erklärt sie damit zu einer „sogenannten“.
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Michael R. - Gastautoren, Politik -
Nun sind schon fast zwei Monate seit jenem 29. Februar vergangen, und weder vom Initiator (Bürgerverein) noch vom Projektträger (Umweltamt) hat man je wieder öffentlich etwas zum „Ökokiez 2020“ gehört. Was ist los? Vielleicht hilft ein Blick zurück auf die bisherigen offiziellen Veranstaltungen zum Thema, um die große Stille zu erklären:
Da war also die erste Veranstaltung am 9. März 2011.
Augenscheinlich war eine ganze Anzahl von Einwohnern anwesend, die hoffte, etwas Genaueres erfahren zu können – gerade auch im Hinblick auf ihre Situation als Mieter (vgl. Klimaschutzkonzept der Fa. B.&S.U., S. 64) - und vielleicht die Möglichkeit sah, auf die jetzt über sie kommende Entwicklung ein bißchen Einfluß nehmen zu können.
Es sieht so aus, als ob diese Anwohner in ihren Erwartungen enttäuscht wurden und in der Folge fernblieben, denn über die zweite Veranstaltung des Bezirksamtes am 30. März konnte das Klimaschutzkonzept befriedigt feststellen, daß sie „einen wesentlich konstruktiveren Charakter als die erste Veranstaltung“ hatte (S. 2). Das legt die Vermutung nahe, daß diesmal die Befürworter schon mehr unter sich waren. Und damit war dann wohl erst einmal genug Demokratie gewagt, und außerdem war es Zeit, endlich richtig konstruktiv im Sinne von Initiator und Projektträger zu werden.
Bei der dritten offiziellen Veranstaltung am 12. und 13. September letzten Jahres war daher von Anfang an sichergestellt, daß nur Befürworter anwesend waren, denn sie fand als „Expertenworkshop“ für geladene Teilnehmer statt. Später, auf der Sitzung des Umweltausschusses der BVV am 10. Januar, erläuterte der Leiter des Umweltamts, Herr Graf zu Lynar, dies freimütig: Grund für die Nichtöffentlichkeit sei „die Kalkulierbarkeit der Leute“ gewesen.
Die vierte und letzte Veranstaltung des Bezirksamts am 29. Februar diente der schönen scheindemokratischen Tradition, post festum ein „Stimmungsbild“ (Frau Stadträtin Jantzen in Ihrer Antwort zu Frage 4 der 3. Einwohnerfrage im März beim Volk herbeizuführen.
Trotz günstiger Stimmung fiel das Bild erstaunlich kläglich aus: keine einzige der vielen Einzelmaßnahmen des Klimaschutzkonzepts erhielt auch nur die Hälfte der Stimmen der Anwesenden, obwohl offensichtlich war, daß diese Teilnehmerschaft ganz überwiegend zum Klientel der bezirklichen Zählgemeinschaft aus SPD und Grüner Partei gehörte.
Nachdem nunmehr vor dem Publikum alles getan ist, was Parteien wie SPD oder Grüne Partei offenbar ihrem Demokratieverständnis schuldig sind, ruht jetzt wieder das gewohnte Schweigen über den der Öffentlichkeit verborgenen Amtsvorgängen. Die folgenden Fragen zur BVV am 26. April sollen etwas Licht bringen. (Die bisherigen Bürgeranfragen und Antworten zum Thema „Ökokiez 2020“ finden sich hier:
* Februar 2012/6. Einwohnerfrage,
* März 2012/3. Einwohnerfrage.)
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Michael R. - Gastautoren, Politik -
Mein lieber Baum, du fällst,
Wenn ich das Haus verlasse,
den Hof,
von mir gepflegter Ort bis dann
Mein Kater ging uns schon voraus
Auch er gebrandmarkt und vertrieben
In keinen Stamm wird er mehr Krallen schlagen
Er war ein passionierter Mäusefänger
Doch Vögel waren ihm tabu
Zwei Entitäten voller Kreativität
Freiwillig geh’n wir sicher nicht
Du schenktest uns die Luft zum Atmen
Ich hegte Dich,
Wie es in meinen Kräften stand
Jetzt ist der Hof ein Ort voller Schikanen
Ein Terminator fiel ins Haus
Um „Mieterschrott“ schnell zu entsorgen
Ehrwürdige Büsche werden abgeholzt
Folgen noch Wilde Kirsche und die Zaubernuss?
Die Vogelwelt ist aus dem „Häuschen“
Die Nachtigal nie wieder singen wird
Ade, mein Traum, mein Baum
Mehr Glück und Sorgfalt
Sollten deinen Schwestern angedeihen
Ich danke Dir in Liebe - Deine Baumfrau
© Copyrights by Ute Becker – Berlin-Charlottenburg – Version 01/2011-04/2012
Ute Becker - Studio am Rande
Schriftstellerin und Lyrikerin
Berlin-Charlottenburg
Ute Becker (BI Stutti) - Gastautoren, Gesellschaft -
Was die GRÜNEN auf ihrer Klausurtagung nur "andachten", die verlorengegangene FDP nie "leistete": die Bezirks PIRATEN "liefern"!
Sie reagieren auf den Beitrag vom 11. März 2012 im Diskussionsforum des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf:
Hinkt die "Presseabteilung" der Zeit nach?
Seit jahren wird vom BA ein guter, ausführlicher Pressespiegel ins Netz gestellt - auch wenn in der Mehrzahl der Fälle keine Verlinkung erfolgt. Da in der Regel auf die Druckversion Bezug genommen wird, werden die Artikel für den "Leser" leider nicht "abrufbar".
Was aber fehlt, sind Hinweise auf die Blog-Debatten im Bezirk.Es ist nunmal bekannt, dass die schreibende Zunft der Zeitungsmedien eher eine zweitrangige werden wird - was die Bezirksnachrichten und -debatten betrifft.
Um so verwunderlicher, dass Postwurfzeitungen einen größeren Stellenwert erhalten, als die "Bloggerscene", die sicherlich in anderen Bezirken bereits weiterentwickelt erscheint. Aber auch in unserem Bezirk tut sich was: hier als Beispiel http://blog.klausenerplatz-kiez.de
Aber auch verschiedene Websites bringen wichtige Artikel.
Die liquid democracy propagierende "Piratenpartei" wäre gefordert dem Ansinnen im Bezirk mehr Nachdruck zu verschaffen - bisher hat man aus dieser "Ecke"bedauerlicherweise noch nichts gehört.Vielleicht müß die "Viererbande" sich auch erstmal einarbeiten und an anderen Orten des BA für mehr "Luft im Schlauch" sorgen.
Hier nun der Antrag der PIRATENFRAKTION zur kommenden BVV am 26.4.12:
Blogs in den Pressespiegel aufnehmen (Drucksache - 0207/4)
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf wird aufgefordert Artikel aus Internetpublikationen, insbesondere Blogs mit bezirklichem Bezug, in den Pressespiegel aufzunehmen. Die Kriterien für eine Aufnahme in den Pressespiegel sind auf den Webseiten des Bezirks zu veröffentlichen. Desweiteren wird gebeten, einen Link (Verweis) von der Webseite der Presseliste auf die Kriterienbeschreibung zu erstellen.
Zudem möge in Zukunft nur noch die Verlinkung auf den genannten Artikel erfolgen. Die Nennung einer Überschrift mit einem Link auf die Startseite eines Webangebotes hat aufgrund der hohen Dynamik von Nachrichtenseiten keinen Mehrwert.
Begründung:
Blogs haben sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Pfeiler der umfassenden Information entwickelt und werden auch von der Deutschen Nationalbibliothek als Publikationen angesehen. In diesem Rahmen ist es erforderlich, den interessierten Bürger nicht nur auf die klassischen Printmedien zu verweisen, sondern auch auf die modernen Medien.
Zudem sind Blogs oft wesentlich besser in der Lage, komplexe Sachverhalte darzustellen, da sie nicht wie Printmedien darauf angewiesen sind, ein Thema innerhalb einer begrenzten Länge (z.B. 800 Zeichen) zu behandeln.
Da es, wie auch bei Printmedien, eine breites Spektrum von Publikationen gibt (z.B. von Bild bis FTD), ist ein klarer und öffentlich einsehbarer Kriterienkatalog zur Aufnahme in den Pressespiegel erforderlich.
Joachim Neu - Gastautoren, Politik -
Nicht nur das BA findet keine Zeit für die Bürger, die BVV-Zählgemeinschaft umgeht den Jugendhilfeausschuß (JHA) mit der Begründung: "..., daß seine Beteiligung aus zeitlichen Gründen nicht möglich gewesen sei." ... und wird noch durch ein Gutachten aus dem Büro der BVV juristisch exkulpiert - wenn auch mit einem gewissen "schlechten Gewissen". (Hat die BVV das Anhörungsrecht mißachtet?)
Folgerichtig stellt sich der Leiter des BVV-Büros Ottenberg die Frage: Was ist "Recht", was ist "Politik"? und stellt resignierend fest:
"Hat die BVV wie vorliegend bereits jugendpolitische Pflöcke (...)eingeschlagen, ist die weitere Erörterung mit einem potenziellen Investor präjudiziert. Verwaltung des Jugendamtes und insbesondere dem JHA wird es vermutlich schwer fallen, zukünftig Alternativen zu entwickeln."
Was bedeutet dies konkret für die zukünftige Bezirkspolitik? Sämtliche Versprechen der Parteien in der Einwohnerversammlung, den Sturm der Entrüstung der Betroffenen (Abenteuerspielplatz Holsteinische Strasse, Haus der Jugend Anne Frank) zu "kanalisieren" (in dem Nachbesserung versprochen wird), werden ins Leere laufen, da die Gegebenheiten nicht mehr verhandelbar sein werden.
Quelle:
* "Politik gegen Recht?" von Peter Ottenberg
in Ausgabe Nr. 480 / April 2012 vom 25. März 2012 auf PaperPress.org
Joachim Neu - Gastautoren, Politik -
Ein schönes Osterfest wünschen Euch alle Autoren vom Kiezer Weblog
MichaelR. und C.
MichaelR - Gastautoren, ZeitZeichen -
Angesichts der Tatsache, dass demnächst Ostern und mit dem Fest der unvermeidliche Osterhase vor der Tür steht, sein hier einige Überlegungen erlaubt. Zum Osterhasen nur soviel: als Fruchtbarkeitssymbol der alten Germanen spielte er in der Mythologie eine nicht ganz unwichtige Rolle. Kennzeichnete der Hase doch die stets wiederkehrende, sich selbsterneuernde Kraft des Frühlings und somit eine Überwindung des Todes. Joseph Beuys verwendete häufiger in seiner Bildsprache und seinen Aktionen den Hasen. Nicht zuletzt in der Aktion „Einem toten Hasen die Ausstellung erklären“. Zum Hasen erst mal genug. Die sich selbst erneuernde Kraft findet sich im Christentum wieder. Darum feiern wir Ostern mit dem Hasen. Der Kreuzigungstod Christi am Karfreitag und die Überwindung des Todes am Ostersonntag sind die Hauptereignisse des Christentums, kennzeichnen es. Die Wiederauferstehung des Verstorbenen ist der ausschlaggebende Faktor, der die Religion füllt und belebt.
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T. Wiese - Gastautoren, Philosophisches -
Hier soll für diejenigen, die sich zu Recht Sorgen um den Fortbestand der Bezirksbibliotheken machen, ein Überblick über die augenblickliche Beschlußlage gegeben werden, soweit sie für mich auffindbar war. (Die Webseite des Bezirks ist so angelegt, daß es z.B. über das Suchwort „Stadtbibliothek“ o.ä. unmöglich ist, diese Informationen zu finden. Vielmehr muß man wie ein Trüffelschwein entlang den Pfaden behördlichen Denkens den ganzen Kruscht der Verlautbarungen durchwühlen.
Wäre das nicht einmal eine schöne Aufgabe für an mehr Bürgerbeteiligung interessierte Parteien in der BVV, die bezirkliche Webseite für Außenstehende durchsichtiger zu gestalten?)
Im Begleitschreiben des Bezirksbürgermeisters an die BVV-Vorsteherin vom 14. Februar 2012 anläßlich der Vorlage des Haushaltsentwurfs 2012/2013 (Ergebnisse der Klausurtagung (KT) vom 26. und 27. Januar und der weiteren Sitzungen am 7. und 14. Februar 2012) heißt es:
- KT-Beschluss Nr. 8
„Das Bezirksamt beschließt die Verlagerung der Musikbibliothek von der Bundesallee in die Heinrich-Schulz-Bibliothek (Rathaus Charlottenburg) zum nächstmöglichen Zeitpunkt.“
- KT-Beschluss Nr. 17
„Das Bezirksamt beschließt für das Jahr 2013 eine Erhöhung bei den Grundstücksverkaufserlösen durch Abgabe der Immobilie Sigmaringer Straße 1 an den Liegenschaftsfonds Berlin unter der Bedingung der Fortführung des bestehenden Nutzungskonzeptes (UCW, Bibliothek u. a.) durch den Erwerber bis 2018.“ (1)
Die BVV beschloß dazu auf ihrer Sitzung vom 8. März (6. a.o. Sitzung):
- Drucksache 0165/4: UCW auf Dauer im Bezirk erhalten!
„Das Bezirksamt wird aufgefordert, das erfolgreiche Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum (UCW) auf Dauer im Bezirk zu erhalten; die mögliche Finanzierung am Standort Sigmaringer Straße 1 unverzüglich zu klären, insbesondere im Hinblick auf die bisher mit der GSE geführten Verhandlungen und den Sanierungsbedarf bezüglich der Immobilie unter Berücksichtigung der Mitnutzung durch die Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek und das Atelierhaus.
Der BVV ist bis zum 30. Juni 2012 zu berichten.“ (2)
- Drucksache 0160/4: Bibliotheksentwicklungsplan jetzt!
„Das Bezirksamt wird aufgefordert, der BVV bis zum 31.08.2012 einen Bibliotheksentwicklungsplan zur Diskussion vorzulegen, der neben aktuellen Ausleihzahlen, standortbezogenen Angebotsstrukturen und Kosten (KLR) einen Ausblick auf die künftige bezirkliche Ausstattung (bis 2020) aufweist. Vor dem Hintergrund des Bezirkshaushalts 2012/13 und daraus resultierenden geplanten Umstrukturierungen sind der BVV Einsparpotentiale sowie geplante Raumveränderungen von Bibliotheken an alten und neuen Standorten und die Auswirkungen auf die jeweiligen Medienbestände in Wort und Zahl (Euro, qm, Anzahl) verständlich darzulegen.“
Das UCW hat sich frühzeitig gegen diesen Ausverkauf zu wehren begonnen. Das kommt auch der Bibliothek zugute, da beide gemeinsam in einem Gebäude liegen. Im übrigen ist dies nicht der erste Versuch, die Bibliothek am U-Bahnhof Blissestraße zu beseitigen. Auch die Tatsache, daß diese Wilmersdorfer Hauptbibliothek jetzt offiziell nur noch als „Mittelpunktbibliothek“ bezeichnet wird, die Charlottenburger Hauptbibliothek jedoch als „Bezirkszentralbibliothek“, macht deutlich, wohin die Entwicklung geht: immer mehr „Einschnitte in die Infrastruktur des Bezirks“ bei gleichzeitiger Konzentration der Reste auf den Bezirksteil Charlottenburg (siehe den geplanten Verkauf des Rathauses Wilmersdorf sowie die Beseitigung des Wilmersdorfer Heimatmuseums – und seine „Wiederauferstehung" unter dem Namen ‚Museum Charlottenburg-Wilmersdorf‘ in der Villa Oppenheim). Kleinere Bibliotheken wie die in Schmargendorf, am Halemweg oder in der Nehringstraße sind sogar aktuell in ihrer Existenz gefährdet.
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MichaelR - Gastautoren, Politik -
Ein weiterer Beitrag von SPD und Grüner Partei zur "repräsentativen Demokratie"
In einer Pressemitteilung vom 19. März teilte die BVV-Vorsteherin den Bezirksbürgern mit, daß heute eine Einwohnerversammlung zum Bezirkshaushalt 2012/2013 stattfinden wird (19 Uhr, Rathaus Wilmersdorf, Sitzungssaal der BVV).
Der Grund dafür:
„Die Kommunalpolitik will sich in der Einwohnerversammlung nunmehr der erforderlichen Diskussion stellen.“
Das ist reichlich heuchlerisch, denn es waren noch nicht einmal die Kommunalpolitiker vom Bezirksamt selbst, die diese Versammlung beantragt haben, sondern die BVV, die allerdings in ihrer SPD-Grünen-Zählgemeinschafts-Mehrheit der verlängerte Arm des Bezirksamtes ist. Und natürlich hat diese BVV-Mehrheit den Bezirkshaushalt schon längst verabschiedet, auf ihrer außerordentlichen Sitzung am 8. März. Es gibt also nicht mehr viel zu diskutieren, zumal es in dem Einladungsschreiben für die heutige Veranstaltung in der allbekannten Redeweise heißt:
„Einige Einschnitte in die Infrastruktur des Bezirks sind unvermeidlich.“
Die Begründung dafür, daß diese Veranstaltung erst nachträglich stattfindet, kann man durchaus als eine subtile Art von Verhöhnung verstehen:
„Eine angemessene Einbeziehung der Einwohnerschaft Charlottenburg-Wilmersdorfs war allerdings wegen der engen Zeitvorgaben nicht möglich.“
Tatsächlich ist es so, daß das Bezirksamt seit seiner Wahl im Oktober 2011 wußte, daß es einen Haushaltsplan vorlegen muß. Zu diesem Zweck hatte sich das Bezirksamt auf einer Klausurtagung am 26. und 27. Januar und dann nochmals am 7. und 14. Februar zusammengesetzt und die entsprechenden Beschlüsse gefaßt, wie aus dem Begleitschreiben zum Haushaltsplan, das am 14. Februar vom Bezirksbürgermeister an die BVV-Vorsteherin geschickt wurde, hervorgeht.
Das heißt:
Mindestens seit dem 14. Februar, vielleicht schon seit dem 27. Januar wäre Zeit gewesen, die Bewohner des Bezirks zu einer Versammlung zu laden und die Absichten des Bezirksamtes zu diskutieren, bevor die Bezirks-Zählgemeinschaft in der BVV den Arm hebt. (Anmerkung: Nur mit Insiderhilfe war es möglich, dieses Begleitschreiben im Wust der Webseiten des Bezirksamtes zu finden.)
Aber tatsächlich war noch wesentlich mehr Zeit, die Bezirksbürger einzubeziehen, wie aus der Haushaltsrede des Bezirksbürgermeisters vom 16. Februar in der BVV anläßlich der ersten Lesung des Bezirksdoppelhaushalts hervorgeht, nämlich fast ein ganzes Jahr:
„Dieser Prozess der Hauhaltsplanaufstellung hat bereits im März/April 2011 begonnen und dauert aufgrund der Wahlen im September 2011 bis heute an.“
Damit erweist sich die behauptete Zeitknappheit als offensichtlich unwahr. Der Grund für die Nichteinbeziehung der Bürger ist wohl eher, daß Bezirksamt und BVV in ihrer großen Mehrheit die Bürger als störend bei ihren Geschäften ansehen, wie das für die „repräsentativen Demokratie“ nun mal typisch ist. (Nicht einmal über die Gestaltung des Olivaer Platzes dürfen die Anwohner mitentscheiden, hat dieselbe Zählgemeinschaft beschlossen.) Daß überhaupt noch im nachherein diese Veranstaltung zum Bezirkshaushalt stattfindet, hat vermutlich eher damit zu tun, daß sich die SPD-Grünen-Zählgemeinschaft einen Anschein von demokratischem Handeln verschaffen will.
MichaelR
MichaelR - Gastautoren, Politik -
Traceur - jemand, der oder die sich den Weg ebnet, alle Hindernisse überwindet, die sich vor ihm/ ihr aufbauen. Spielend leicht, wie es scheint. Wer aber genauer hinschaut, erkennt, dass die vielen Hindernisse, die ein Traceur überwindet, nur durch langes Training zu überwinden sind, und vor allem durch äußerste Disziplin und Konzentration. Wie überall in der Welt des Sports, ist das, was leicht erscheint, das Gegenteil von leicht.
Mein Buch handelt von mir als Traceur, und dies nicht nur als Mädchen in den siebziger und achtziger Jahren, also drei Jahrzehnte vor dem Modesport, das kletterte und nächtliche Parkours lief, sondern auch und vor allem im übertragenden Sinn. Es geht um Überlebenskunst, um das Überleben durch die Kunst und durch die Kunst des Kletterns.
Zunächst geht es allerdings um erlittene Traumata. Ich möchte wachrütteln
und aufdecken, zeigen, dass traumatische Erlebnisse, wenn sie ignoriert und nicht behandelt werden, weitergetragen werden können, so wie es in unserer Familie der Fall war. Traumatisiert durch Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg, gaben einige Väter die unverarbeitete Brutalität an ihre Kinder weiter. Da nützte es auch nichts, wie im Fall meines Vaters, wenn man das Studium der Psychologie absolvierte und als Analytiker versuchte, sich selbst zu therapieren, im Gegenteil.
Ich möchte aufzeigen, dass durch familiäre Beengnisse und Bedrückungen
Panik-Attacken entstehen können, so wie es bei mir der Fall war. Noch immer sind Panik-Attacken und die Posttraumatische Belastungsstörung Tabuthemen, auch, wenn es zumindest im Gegensatz zu den Jahrzehnten, in dem mein Buch spielt, Begriffe für die Angststörungen und Hilfe gibt.
Ich nehme den Leser nicht nur mit auf eine kleine Zeitreise in die vergangenen fünf Jahrzehnte, sondern beschreibe den Zeitgeist von damals. Hippies, Freaks und Punks, Sekten, Esoteriker, Drogen, Mode -und Musikwellen aller Art, Wolfgang Neuss als Kiffer-Guru, Berlin, Amsterdam und Ibiza, politische Linke und Häuserbesetzungen in Berlin-Charlottenburg. Ich klage nicht an, sondern sehe mich selbst als “Hingucker”. Ich war eine junge Stadtindianerin, die zum Traceur wurde, die die Welt schließlich von oben sah, und die hinauskletterte aus Beengung, ständiger Angst und Drogensumpf. Ich möchte anderen Betroffenen Mut machen, zu guter Letzt.
PS: das Buch ist eine Hommage an Patti Smith, die mir mit fünfzehn Jahren die nötige Kraft gab,
überhaupt zu kämpfen.
Exposé
Anke Jablinski
Ankes Coppee Shop &
Ankes Malta Shop
Horstweg 8 - 14059 Berlin-Charlottenburg
Klettermax - dem Trauma zum Trotz (Roman einer Aufwärtsbewegung) / Axel Dielmann-Verlag
ISBN 978 3 86638 149 0
Anke Jablinski - Gastautoren, Menschen im Kiez -
Ist das Bürgerbeteiligungs-Modellvorhaben in Charlottenburg-Wilmersdorf endgültig gescheitert ?
Der gewählte Kiezbeirat aus der Region City-West, Dr. Braune, sieht das genau so, der neue Bürgermeister Naumann widerspricht ihm.
4. Einwohnerfrage Dr. Peter Braune
Kiezbeiräte – Bürgerhaushalt
Welche Bemühungen haben die Mitglieder des Bezirksamts und die Fraktionen in der BVV während der letzten drei Monate unternommen, um das am 08.03.2012 von der CDU Fraktion den Mitgliedern der Kiezbeiräte mitgeteilte Scheitern des „Bürgerhaushaltes“ und die damit verbundene Aufhebung ihrer Arbeitsgrundlage als „Kiezbeiräte“ zu verhindern und gemeinsam den Vorwurf zu vermeiden, in der letzten Wahlperiode ca. 100 000 Euro Steuergelder für dieses Instrument von geplatzter „Bürgerbeteiligung“ vergeudet zu haben?
Sehr geehrter Herr Dr. Braune,
Ihre Anfrage beantworte ich für das Bezirksamt wie folgt:
Wie Sie wissen, habe ich die gewählten Kiezbeirät/innen am Freitag, dem 09.03.2012, zu mir zu einer ersten Gesprächsrunde eingeladen. Ihnen und den anderen vier Kiezbeirät/innen gegenüber habe ich vermittelt, dass auch ich Klärungsbedarf sehe und eine Entscheidung, wie es mit den Kiezbeiräten künftig weitergehen soll, von Seiten des Bezirksamtes im Einvernehmen mit der BVV bis zur Sommerpause 2012 angestrebt wird.
Das von Ihnen genannte Schreiben der CDU-Fraktion, das auch mir zum Zeitpunkt unseres Gespräches unbekannt war, spiegelt die Meinung einer Fraktion dieses Hauses wider – übrigens keine neue Position, wie bei einer kurzen Erörterung im Haushaltsausschuss von der CDU-Fraktion verdeutlicht wurde.
Ich begrüße es ausdrücklich, dass vereinbart wurde, sich in der Sitzung des Haushaltsausschusses am 12.06.2012 mit der Thematik eingehend zu befassen.
Ich halte es deshalb derzeit für verfrüht, ohne dass ggf. unterschiedliche Positionen ausgetauscht wurden, eine abschließende Entscheidung zu treffen. Vielmehr ist im Klärungsprozess bezogen auf das Thema Bürgerhaushalt und ggf. darüber hinaus gehend zu betrachten, welche Strukturen gibt es, in denen Bürgerbeteiligung bereits erfolgt, sind diese ausreichend, sollen sie verändert oder ergänzt werden. Insgesamt ist wichtig festzuhalten, dass eine Bürgerbeteiligung, in welcher Form auch immer, unabdingbar ist.
Ich teile nicht Ihre Auffassung, dass in der letzten Wahlperiode im Zusammenhang mit der praktizierten Bürgerbeteiligung Steuergelder vergeudet wurden. Vielmehr ist es politischer Wille gewesen, zum Thema Bürgerhaushalt eine Bürgerbeteiligung zu realisieren, die es so zuvor nicht gegeben hat. Dass es sich für alle Beteiligten um einen Veränderungsprozess handelt, der nun im Hinblick auf das weitere Vorgehen in dieser Wahlperiode zu evaluieren ist, war dabei von Anfang an klar.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Naumann
BVV-Sitzung vom 15.03.2012 (Drucksache - 0156/4)
Siehe auch:
Joachim Neu - Gastautoren, Gesellschaft -
Aus der Rubrik Suche/Biete:
Regina S. - Gastautoren, Kunst und Kultur -
Am 12. März erschien der 52. Kommentar zu dem Bericht des Tagesspiegels vom 2. März
über die Informationsveranstaltung des Bezirksamtes zum Ökokiez 2020. Verfasserin ist eine/die bisher nicht in Erscheinung getretene Kiezkönigin. Einer ihrer entfernteren Untertanen versucht hier eine Antwort.
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MichaelR - Gastautoren, Gesellschaft -